
„Ich müsste eigentlich mehr Sport machen.“
Ein Satz, den wahrscheinlich viele von uns kennen.
Und unmittelbar entsteht im Kopf ein Bild:
Fitnessstudio.
Joggen.
Trainingsplan.
Sportkleidung.
Eine Stunde Zeit.
Und schon sind wir wieder bei einem ziemlich guten Grund, warum es heute nicht geht.
Doch vielleicht beginnt das Problem bereits bei unserer Vorstellung davon, was Bewegung eigentlich ist.
Bewegung beginnt nicht im Fitnessstudio
Die Weltgesundheitsorganisation zählt körperliche Aktivität ausdrücklich nicht nur als Sport. Auch Gehen, Radfahren, Wege im Alltag, Arbeit und andere alltägliche Tätigkeiten gehören dazu. Gleichzeitig empfiehlt sie Erwachsenen für deutliche gesundheitliche Vorteile 150–300 Minuten moderate körperliche Aktivität pro Woche oder eine entsprechende Menge intensiver Aktivität.
Das Interessante daran:
Bewegung braucht nicht zwingend einen eigenen Termin im Kalender.
Der Weg zum Bäcker kann Bewegung sein.
Die Treppe kann Bewegung sein.
Das Fahrrad zur Arbeit kann Bewegung sein.
Ein Spaziergang nach dem Essen kann Bewegung sein.
Gartenarbeit kann Bewegung sein.
Und natürlich kann auch Sport Bewegung sein.
Der Unterschied liegt vielleicht weniger darin, ob wir Sport treiben, sondern darin, wie viel Bewegung wir überhaupt noch in unseren Alltag hineinlassen.
Unser Alltag nimmt uns Bewegung ab
Auto.
Aufzug.
Rolltreppe.
Schreibtisch.
Lieferdienst.
Fernbedienung.
Smartphone.
Viele Errungenschaften unseres Alltags sind darauf ausgelegt, uns Wege, Anstrengung und Zeit zu ersparen.
Das ist komfortabel.
Aber Komfort hat manchmal eine interessante Nebenwirkung:
Wir müssen uns immer weniger bewegen.
2022 erreichten weltweit rund 31 Prozent der Erwachsenen – etwa 1,8 Milliarden Menschen – die empfohlenen Bewegungsmengen nicht. Die WHO berichtet außerdem, dass dieser Anteil gegenüber 2010 gestiegen ist.
Regelmäßige körperliche Aktivität ist mit erheblichen körperlichen und psychischen Gesundheitsvorteilen verbunden und spielt unter anderem bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und psychischem Wohlbefinden eine Rolle.
Das bedeutet nicht:
Wer jeden Tag spazieren geht, wird automatisch gesund.
Und es bedeutet genauso wenig:
Sport ersetzt Ernährung, Schlaf, Regeneration oder medizinische Versorgung.
Gesundheit funktioniert nicht nach einem einzigen Schalter.
Aber Bewegung ist einer der Bereiche, auf die wir im Alltag tatsächlich Einfluss nehmen können.
Vielleicht stellen wir die falsche Frage
Wir fragen:
„Wann soll ich denn auch noch Sport machen?“
Vielleicht wäre eine bessere Frage:
„Wo kann ich meinem Alltag wieder Bewegung zurückgeben?“
Nicht gleich zehn Kilometer.
Nicht gleich fünf Trainingseinheiten.
Nicht gleich ein neues Leben ab Montag.
Vielleicht zunächst:
Eine Strecke zu Fuß.
Eine Fahrt mit dem Fahrrad.
Eine Treppe statt des Aufzugs.
Zehn Minuten draußen statt zehn Minuten Scrollen.
Beim Telefonieren aufstehen.
Einen kleinen Umweg gehen.
Denn die WHO formuliert einen bemerkenswert einfachen Grundsatz:
Jede Bewegung zählt – und etwas Bewegung ist besser als keine.
Eigenverantwortung beginnt manchmal ziemlich klein
Wir können nicht jeden Umstand unseres Lebens verändern.
Wir können nicht jeden Arbeitstag verkürzen.
Wir können nicht jede Belastung abschaffen.
Und nicht jeder Mensch hat dieselben körperlichen Möglichkeiten.
Eigenverantwortung bedeutet deshalb auch nicht, jedem Menschen einfach zu sagen:
„Dann beweg Dich halt mehr.“
Aber wir können uns eine ehrliche Frage stellen:
Welche Bewegung könnte ich in meinem eigenen Alltag zurückholen, ohne dafür mein komplettes Leben umzubauen?
Vielleicht liegt genau darin der Unterschied zwischen einem guten Vorsatz und einer Gewohnheit.
Der Vorsatz wartet auf den perfekten Zeitpunkt.
Die Gewohnheit beginnt mit dem nächsten Schritt.
Ein Impuls von Team Circles
Ernährung | Mindset | Lifestyle
Mit uns wachsen.
Quellen & Einordnung
Dieser Impuls dient der allgemeinen Information und soll zum Nachdenken über den eigenen Lebensstil anregen. Er ersetzt keine medizinische Beratung.
Weiterführende Informationen:
• Weltgesundheitsorganisation (WHO): Physical Activity
• Weltgesundheitsorganisation (WHO): Publikation
• Weltgesundheitsorganisation (WHO): Nearly 1.8 Billion adults at risk of disease from not doing enough physical activity
