Dein „Fass“ kann nur so voll werden wie seine kürzeste Daube.

Stell Dir ein Holzfass vor.

Es besteht aus vielen einzelnen Dauben.

Einige sind hoch.
Andere etwas niedriger.
Und eine davon ist besonders kurz.

Jetzt füllen wir Wasser hinein.

Der Wasserstand steigt.

Und steigt.

Bis er die kürzeste Daube erreicht.

Dann läuft das Wasser genau dort über.

Es spielt keine Rolle, wie hoch die anderen Dauben sind.

Die kürzeste Daube setzt die Grenze.

Ein erstaunlich einfaches Bild.

Und eines, das bei Team Circles künftig noch häufiger auftauchen wird.

Doch bevor wir erklären, was wir darin sehen, lohnt sich ein Blick darauf, woher dieser Gedanke eigentlich stammt.

Ein Prinzip aus der Pflanzenwelt

Das sogenannte Liebigsche Minimumgesetz ist eng mit der Entwicklung der Agrikulturchemie und dem deutschen Chemiker Justus von Liebig verbunden.

Vereinfacht besagt der Grundgedanke:

Das Wachstum einer Pflanze wird nicht einfach dadurch bestimmt, wie viele Nährstoffe insgesamt vorhanden sind.

Entscheidend kann der notwendige Faktor sein, der im Verhältnis zum Bedarf am knappsten vorhanden ist.

Sind beispielsweise viele notwendige Nährstoffe ausreichend vorhanden, ein entscheidender Faktor jedoch nicht, kann genau dieser das Wachstum begrenzen.

Das bekannte Fass mit unterschiedlich hohen Dauben wurde später zu einer besonders anschaulichen Darstellung dieses Gedankens.

Jede Daube steht dabei sinnbildlich für einen notwendigen Faktor.

Und der Wasserstand kann nur bis zur niedrigsten Daube steigen.

Genau hier wird es für uns interessant.

Denn das ursprüngliche Minimumgesetz beschreibt nicht den menschlichen Körper.

Es stammt aus Pflanzenbau und Agrarwissenschaft.

Das möchten wir ausdrücklich voneinander trennen.

Aber die Idee dahinter hat uns bei Team Circles zu einer Frage gebracht:

Aus dem Minimumgesetz wird unser Team-Circles-Fass

Unser Alltag besteht ebenfalls nicht aus einem einzigen Bereich.

Was passiert, wenn wir dieses Fass nicht als medizinisches Gesetz betrachten – sondern als Denkmodell für unser eigenes Leben?

Wir essen.

Wir bewegen uns.

Wir schlafen und regenerieren.

Wir denken, entscheiden und reagieren.

Wir entwickeln Gewohnheiten.

Und all diese Dinge existieren nicht unabhängig voneinander.

Gesundheit selbst wird von zahlreichen biologischen, persönlichen, sozialen, wirtschaftlichen und umweltbezogenen Faktoren beeinflusst. Nicht alle davon können wir selbst verändern.

Aber einige schon.

Und genau dort beginnt für uns Eigenverantwortung.

Vielleicht ernährt sich jemand sehr bewusst – schläft aber dauerhaft zu wenig.

Vielleicht bewegt sich jemand regelmäßig – findet aber kaum Erholung.

Vielleicht besitzt jemand enormes Wissen über Ernährung und Gesundheit – bekommt es im eigenen Alltag aber nicht umgesetzt.

Oder jemand achtet auf Schlaf und Ernährung, verbringt seinen Alltag jedoch nahezu vollständig sitzend.

Dann fragen wir bei Team Circles nicht:

„Was machst Du falsch?“

Sondern:

„Wo ist gerade Deine kürzeste Daube?“

Und was bedeutet das Wasser in unserem Fass?

Auch hier verlassen wir bewusst das ursprüngliche Minimumgesetz und kommen zu unserer eigenen Team-Circles-Bildsprache.

Der Wasserstand steht bei uns sinnbildlich für das persönliche Energie-, Leistungs- und Wohlbefindensniveau.

Nicht als medizinischer Messwert.

Nicht als Diagnose.

Sondern als einfache Frage:

Wie viel von Deinem persönlichen Potenzial steht Dir im Alltag gerade zur Verfügung?

Für einen Menschen kann das bedeuten, morgens wieder etwas energiegeladener aufzustehen.

Für einen anderen, sich im Alltag leistungsfähiger zu fühlen.

Und für einen Sportler vielleicht, die Voraussetzungen für Leistung und Regeneration bewusster zu gestalten.

Die Ausgangspunkte können vollkommen unterschiedlich sein.

Das Prinzip unseres Denkmodells bleibt dasselbe:

Wir schauen nicht nur auf eine einzelne Daube. Wir betrachten das Fass als Ganzes.

Mehr von einem Guten löst nicht automatisch jedes Problem

Genau deshalb gefällt uns dieses Bild.

Noch mehr Bewegung ersetzt nicht automatisch Regeneration.

Eine ausgewogene Ernährung ersetzt keine Bewegung.

Schlaf macht Ernährung nicht bedeutungslos.

Und auch Nahrungsergänzung kann einen Lebensstil nicht ersetzen.

Manchmal investieren wir unglaublich viel Energie darin, unsere ohnehin schon hohen Dauben noch höher zu machen.

Dabei könnte eine ganz andere Frage hilfreicher sein:

Welche Daube ist eigentlich die niedrigste?

Und vielleicht müssen wir dann gar nicht unser komplettes Leben verändern.

Vielleicht beginnen wir einfach dort.

Ein Spaziergang mehr.

Etwas bewusster essen.

Früher schlafen.

Eine Gewohnheit verändern.

Oder überhaupt erst einmal wahrnehmen, welcher Bereich im eigenen Alltag immer wieder zu kurz kommt.

Was Pflanzen brauchen – und was wir daraus mitnehmen können

Und hier müssen wir einen Satz aus Deiner Idee etwas verändern.

Ich würde nicht schreiben:

„Was für Pflanzen optimal ist, kann für uns Menschen nicht das Schlechteste sein, oder?“

Das klingt sympathisch, suggeriert aber biologisch eine Übertragbarkeit, die wir gerade vorher sauber ausgeschlossen haben.

Ich würde daraus einen viel stärkeren TC-Satz machen:

Was in der Pflanzenwelt ein wissenschaftliches Prinzip beschreibt, kann für uns Menschen zumindest eine ziemlich gute Frage auslösen: Wo liegt eigentlich mein Minimum?

Das ist meiner Meinung nach sogar besser.

Denn wir behaupten nichts.

Wir regen zum Denken an.

Und genau das sind unsere Impulse.


Deshalb wirst Du dieses Fass wiedersehen.

Das Fass ist für Team Circles kein medizinisches Modell.

Es ist ein Denkmodell.

Eine einfache Möglichkeit, Zusammenhänge sichtbar zu machen.

Heute haben wir zunächst erklärt, woher das Fass kommt.

In weiteren Impulsen werden wir uns ansehen, was seine einzelnen Dauben für unseren Alltag bedeuten können.

Und irgendwann stellen wir noch eine ganz andere Frage:

Wenn wir uns ständig um die Dauben kümmern – womit füllen wir unser Fass eigentlich? 💧

Aber das ist eine andere Geschichte. 😉

Für heute reicht eine einzige Frage:

Wo ist Deine kürzeste Daube?


Ein Impuls von Team Circles
Ernährung | Mindset | Lifestyle
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Quellen & Einordnung
Dieser Impuls dient der allgemeinen Information und soll zum Nachdenken über den eigenen Lebensstil anregen. Er ersetzt keine medizinische Beratung.

Weiterführende Informationen:

Justus-Liebig-Universität Gießen – Gießener Universitätsblätter:
Über das Liebigsche Gesetz vom Minimum und das Mitscherlichsche Ertragsgesetz. Historische/wissenschaftliche Einordnung des Minimumgesetzes.  LINK

Weltgesundheitsorganisation (WHO) – Determinants of health:
Überblick darüber, dass Gesundheit durch zahlreiche persönliche, soziale, wirtschaftliche und umweltbezogene Faktoren beeinflusst wird. LINK

WHO – Healthy diet:
Aktuelle Einordnung gesunder Ernährung anhand der Grundprinzipien Angemessenheit, Balance, Maß und Vielfalt. LINK

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