
Der Wecker klingelt früh.
Aufstehen. Arbeit. Termine. Alltag.
Abends wird es später als geplant.
Dienstag auch.
Mittwoch sowieso.
Und irgendwann entsteht dieser Gedanke:
„Am Wochenende schlafe ich einfach länger.“
Klingt logisch.
Unter der Woche entsteht ein Defizit – am Wochenende zahlen wir etwas davon zurück.
Doch vielleicht betrachten wir Schlaf damit zu sehr wie ein Bankkonto.
Denn unser Körper zählt nicht nur Stunden.
Er besitzt auch einen Rhythmus.
Wir reden ständig darüber, WIE LANGE wir schlafen.
Sieben Stunden.
Acht Stunden.
Sechs reichen mir.
Neun brauche ich.
Die benötigte Schlafdauer ist tatsächlich individuell verschieden. Das deutsche Gesundheitsportal gesund.bund.de nennt für Erwachsene im Durchschnitt etwa sieben Stunden und weist ausdrücklich darauf hin, dass das persönliche Schlafbedürfnis unterschiedlich sein kann. gesund.bund.de
Aber neben der Dauer gibt es noch eine zweite interessante Frage:
Wie regelmäßig schläfst Du?
Also:
Gehst Du ungefähr zur gleichen Zeit schlafen?
Stehst Du ungefähr zur gleichen Zeit auf?
Oder verschiebt sich Dein Rhythmus zwischen Arbeitswoche und Wochenende jedes Mal um mehrere Stunden?
Unsere innere Uhr läuft sieben Tage die Woche.
Der menschliche Schlaf-Wach-Rhythmus wird von unserer inneren Uhr mitgesteuert.
Licht ist dabei einer der wichtigsten äußeren Taktgeber. Ein regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus kann dabei helfen, unseren Tages- und Nachtrhythmus mit dieser inneren Uhr in Einklang zu bringen. Darauf weist auch gesund.bund.de hin. gesund.bund.de
Gut schlafen – im Takt mit der inneren Uhr
Das bedeutet nicht:
Jeden Abend Punkt 22:03 Uhr ins Bett!
Wir sind Menschen.
Es gibt Feiern.
Reisen.
Kinder.
Schichtarbeit.
Wochenenden.
Und manchmal ist ein Abend einfach so schön, dass wir überhaupt nicht ins Bett wollen. 😉
Team Circles möchte daraus keine neue Selbstoptimierungsreligion machen.
Aber vielleicht lohnt es sich, etwas wahrzunehmen:
Regelmäßigkeit könnte beim Schlaf wichtiger sein, als viele von uns denken.
Spannende Forschung zur Schlafregelmäßigkeit
Eine große prospektive Untersuchung wertete mehr als 10 Millionen Stunden objektiv gemessene Schlafdaten von 60.977 Teilnehmern der UK Biobank aus.
Dabei zeigte sich ein Zusammenhang zwischen höherer Schlafregelmäßigkeit und einem niedrigeren Sterblichkeitsrisiko.
Besonders interessant:
In den statistischen Modellen war die Regelmäßigkeit des Schlafs ein stärkerer Prädiktor für das allgemeine Sterblichkeitsrisiko als die Schlafdauer allein. PubMed
Eine zweite große Analyse mit 88.975 Menschen fand ebenfalls einen Zusammenhang zwischen unregelmäßigen Schlaf-Wach-Zeiten und einem höheren Sterblichkeitsrisiko. PubMed
Wichtig ist allerdings:
Das sind Beobachtungsstudien.
Sie zeigen Zusammenhänge.
Sie beweisen nicht, dass ein unregelmäßiger Schlafrhythmus allein Krankheiten verursacht oder dass regelmäßige Bettzeiten automatisch länger leben lassen.
Genau diese Unterscheidung gehört für uns zu seriöser Gesundheitskommunikation.
Also nie wieder ausschlafen?
Nein.
Und auch hier wird es interessant.
Eine Untersuchung mit mehr als 70.000 Erwachsenen fand für längeren „Nachholschlaf“ am Wochenende keinen eindeutigen Zusammenhang mit einem geringeren Sterblichkeits- oder Herz-Kreislauf-Risiko. Die Autoren weisen ausdrücklich darauf hin, dass ihre Ergebnisse teilweise von früheren Untersuchungen und Empfehlungen abweichen. PubMed
Die Wissenschaft liefert uns also keinen Freibrief für:
„Fünf Nächte wenig schlafen und Samstag alles reparieren.“
Aber genauso wenig folgt daraus:
„Ausschlafen am Wochenende ist schlecht.“
Die wesentlich vernünftigere Frage lautet vielleicht:
Warum brauche ich jedes Wochenende überhaupt so viel Nachholschlaf?
Und damit kommen wir zurück zu uns selbst.
Eigenverantwortung beginnt nicht beim Wecker.
Sondern beim Beobachten.
Wie fühlst Du Dich morgens?
Wann wirst Du abends von selbst müde?
Wie stark unterscheiden sich Deine Schlafzeiten zwischen Arbeitswoche und Wochenende?
Brauchst Du Samstagmorgen regelmäßig drei zusätzliche Stunden?
Wie viel Tageslicht bekommst Du morgens?
Wie spät liegen Kaffee, Smartphone, Arbeit oder schwere Mahlzeiten?
Nicht um daraus eine perfekte Schlaf-Tabelle zu bauen.
Sondern um den eigenen Rhythmus überhaupt einmal kennenzulernen.
Denn vielleicht versuchen wir häufig, Müdigkeit zu bekämpfen, statt zuerst zu fragen, woher sie kommt.
Und damit sind wir wieder bei unserem Fass.
Eine unserer Team-Circles-Dauben heißt:
REGENERATION.
Wir können hervorragend essen.
Uns viel bewegen.
Unsere Nährstoffversorgung im Blick behalten.
An unserem Mindset arbeiten.
Und trotzdem regelmäßig genau den Bereich kürzen, in dem unser Körper Zeit für Erholung bekommt.
Der Wasserstand in unserem Team-Circles-Fass steht dabei weiterhin nur sinnbildlich für unser persönliches Energie-, Leistungs- und Wohlbefindensniveau – nicht für einen medizinischen Messwert.
Vielleicht muss diese Daube deshalb gar nicht immer höher werden.
Vielleicht braucht sie zunächst etwas anderes:
Rhythmus.
Und deshalb lautet unser heutiger Impuls nicht:
„Du musst mehr schlafen.“
Sondern:
„Wie regelmäßig gibst Du Deinem Körper eigentlich die Chance dazu?“
Denn Montag bis Freitag heißen in unserem Kalender anders als Samstag und Sonntag.
Für unsere innere Uhr sind es trotzdem:
24 Stunden. Immer wieder.
Ein Impuls von Team Circles
Ernährung | Mindset | Lifestyle
Mit uns wachsen.
Quellen & Einordnung
Dieser Impuls dient der allgemeinen Information und soll zum Nachdenken über den eigenen Lebensstil anregen. Er ersetzt keine medizinische Beratung.
Weiterführende Informationen:
Als deutschsprachige Hauptquelle würde ich diesmal das Gesundheitsportal des Bundes verwenden. Es beschreibt die innere Uhr, Licht als wichtigen Taktgeber und einen regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus als einen Faktor für guten Schlaf. gesund.bund.de
Für die spannendere Aussage zur Schlafregelmäßigkeit eignet sich die große prospektive UK-Biobank-Studie mit objektiv erfassten Schlafdaten. PubMed
PubMed – Sleep regularity is a stronger predictor of mortality risk than sleep duration
Eine weitere UK-Biobank-Analyse mit 88.975 Teilnehmern stützt den Zusammenhang zwischen Schlafregelmäßigkeit und Mortalitätsrisiko. PubMed
